Attac.DenkTankStelle.2016-03-14

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DenkTankStelle von Attac-Leipzig

Thema: Werkzeuge für kollaborative Willensbildung
Ort und Zeit: Mo, 14. März 2016, 19 Uhr im Café Grundmann

Ankündigung

Wolfgang Schallehn präsentiert sein Projekt "qualifizierter Konsens".

Das Thema könnte heißen: "Rolle und Bedeutung von Tools für kollaborative Willensbildung und partizipative Demokratie". Wobei "Rolle und Bedeutung" etwas selbstironisch gemeint ist - vielleicht fällt uns für die Öffentlichkeit eine bessere Formulierung ein...

Johannes.

Vorbemerkungen von W. Schallehn:

Unser Thema fällt aus dem bisherigen Rahmen. Bisher haben wir uns mit Problemfeldern beschäftigt, die schon tief beackert und breit kultiviert waren. Das Thema "Werkzeuge für Kollaborative Willensbildung" wird mit der Behauptung eröffnet, dass gerade dieses lebenswichtige Thema in unserer Gesellschaft nur ganz oberflächlich beackert und kultiviert wurde - also geradezu sträflich vernachlässigt wurde.

Überall dort, wo der denkende Mensch aktuell makabre oder desaströse Verhältnisse in Frage stellen oder gar verbessern möchte, stehe er mit leeren Händen hilflos da. Zwar sei Mensch ganz sicher, dass Millionen Mitmenschen in die selbe Richtung mit ihm "ziehen" würden. Aber als konkrete Ansatzpunkte fände man/frau nur tausende Parteien, Bewegungen, Strömungen, Vereinigungen u.a.m.. Man könne unendlich viele inhaltsreiche Manifeste und Programme unterschreiben, man könne überall Beiträge bezahlen oder sonstwie leisten, man könne vielfach kluge Gedanken und charismatische Persönlichkeiten "liken" bzw. "hochvoten". Das Problem dieser Vielfalt sei, dass sie zwar Substanz anhäufe, die jedoch immer weiter zersplittert wird - während ein konstruktives Zusammenführen und Zusammenfügen nicht in Betracht gezogen wird. Bislang entstehe eher der Eindruck, dass all' die unendlich vielen guten Absichten in einem riesigen schwarzen Loch verschwinden. Das jedoch sei angesichts der aktuellen Problemlage völlig inakzeptabel und korrekturbedürftig. Und eine solche Korrektur wiederum sei angesichts der in Wirtschaft und Wissenschaft bewährten Arbeitsweisen und Instrumentarien nicht nur denkbar, sondern auch machbar. Und zwar gleichermaßen für die vielen kleinen "konkreten Probleme" wie auch für die anstehenden strategischen Entscheidungen.

Das Konzept soll am Beispiel "Discuto" demonstriert werden. Dieses Portal unterstützt eine kollaborative Willensbildung schon mit einigen bemerkenswerten Features. Einzelne noch fehlende Features wurden durch Provisorien realisiert oder an Ort und Stelle konstruktiv erörtert. Jedenfalls können interessierte Teilnehmer ein erstes ganzheitliches Bild gewinnen, wie in absehbarer Zeit ein für kollaborative Willensbildung geeignetes Werkzeug aussehen sollte und könnte.

Mein Hauptmotiv ist der konstruktive Umgang mit Widersprüchen. Seine Wurzeln hat er in der Dialektik ("Widersprüche sind die Triebkräfte der Entwicklung!") und im Projektmanagement ("Jeder Widerspruch hat seine Berechtigung!"). Fakt ist allerdings, dass jegliche "Entwicklung" das Risiko von Fehlentwicklungen birgt, und jegliche "Berechtigung" auf eine konträr gegensätzliche Berechtigung stoßen kann. Also sollte selbstverständlich sein, dass alle relevanten Widersprüche erfasst und berücksichtigt werden. Und ich sehe mein Konzept als Ausdruck eines Paradigmenwechsels, der als solcher anfangs mehr Ablehnung als Zustimmung finden wird.

"Jegliche verschwiegene Ablehnung oder sympathiegesteuerte Zustimmung würde mir eher schaden als nützen. Natürlich unterliegt auch und gerade mein Konzept dem Irrtumsvorbehalt. Deutliche Kritik und konstruktive Beiträge sind gleichermaßen erwünscht. Bitte beteiligt euch mit der Vielfalt eurer ehrlichen Meinungen, damit alle etwas zu tanken finden !"

Wer nun mit minimalem Zeitaufwand einen Einstieg finden möchte, findet im Anhang die "Urmatrix" zum Thema. Diese ist allerdings ohne Diskussion und ohne Hintergrundtexte usw. - also genau mit den Limits, die bisher in "Hilflosigkeit" mündeten...

Zur Sache geht es nur im Internet. Discuto ist unter https://www.discuto.io/en/ zu finden. Alle öffentlichen Diskurse können Zuschauer unter Featured Discussions und Weitere öffentliche Diskussionen einsehen. Um aktiv teilnehmen zu können, ist eine "Registrierung" erforderlich. Dies erfordert nur eine eMail-Adresse - ist also für die Teilnehmer praktisch risikolos. Leider hat dies den Nebeneffekt, dass gelegentlich auch in Discuto "Trolle" unkontrollierbar ihr Unwesen treiben. Es bleibt dann nur die Möglichkeit, gefährdete Diskurse auf "privat" zu setzen, was also direkte Einladung an die erwünschten Teilnehmer erfordert. Ich hoffe zwar, dass dieser Fall nicht wieder eintritt - bitte aber schon jetzt um Verständnis (und ggf. Info!), falls doch.

Wolfgang, 07.03.2016